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Eine ganz normale Mathestunde.

Alle sitzen auf ihren Plätzen. Kurzer Überblick über die Stundenstruktur.

Drei Schüler verziehen sich mit ihrem Wochenplan an einsame Orte – sie arbeiten selbstständig an ihren Aufgaben, da sie den Stoff, der heute erarbeitet und geübt werden soll, schon lange beherrschen. Wir planen, dass sie den Stoff des dritten Schuljahrs in weitaus kürzerer Zeit durcharbeiten als der Rest der Klasse, dazu vertiefende Aufgaben und Aufgaben aus Bereichen erhalten, die für diese Schulstufe noch nicht vorgesehen sind, also eine Kombination aus Akzeleration und Enrichment.  Es ist ein Experiment, mit den Eltern abgesprochen. Ihren Lernfortschritt und die Arbeitssorgfalt werde ich am Ende der Woche kontrollieren. Read More

Didacta-Zeit ist Buch-Kauf-Zeit. Wer bei den großen Verlagen als Kunde registriert ist, wird nun mit Messeangeboten und Prüfpreisen überschüttet. Gleichzeitig scheinen viele Verlage die Veröffentlichung neuer Schulbücher oder der Neuauflagen bereits etablierter Bücher gerne in diese werbeträchtige Zeit zu verlegen.

Über die Schule bekomme ich häufig Prüfexemplare zur Einsicht ins Fach gelegt, die später in der Handbibliothek gesammelt werden. So sind wir auch ohne direkte Anbindung an Messen und Schulbuchzentren ziemlich auf dem neuesten Stand. Gefällt mir ein Buch, wird es (privat) angeschafft und steht mir im Rahmen des erlaubten Kopierkontingents für Differenzierungs- und Individualisierungsaufgaben als „Steinbruch“ zur Verfügung.

Rechtzeitig zur Didacta fanden sich nun also zwei Mathematikbücher eines renommierten Schulbuchverlages in meinem Fach ein.  Das eine Buch „nimmt alle mit“, das andere ist „schaffbar für alle“.  Eines wirbt mit gekennzeichneten Aufgaben zur Binnendifferenzierung und einem umfangreichen Materialkranz zu Förderung und Herausforderung, das andere mit Extra-Seiten zum Knobeln. Beide versprechen Arbeitsentlastung und indiviuelle Förderung. Beide schreien: „Kauf mich! Verlass dich auf uns! Mit uns gelingt dir individuelles Lernen in deiner Klasse!“ Read More

Vor zwei Tagen stieß ich über über einige Umwege auf die Seite von http://www.zooburst.com . Ich erinnere mich, dass ich sie mir wohl schon im letzten Jahr einmal angesehen, aber als zu kompliziert oder irrelevant abgetan hatte.

Bei meiner zweiten Begegnung hat es mich gepackt. Nach einigen kleineren Versuchen habe ich heute angefangen, zwei Sachaufgaben aus unserem Mathematikbuch als „Pop-Up“ umzusetzen und meinem Spieltrieb zu frönen.Viel Zeit kostete das Herstellen eigener Grafik-Dateien, ansonsten besitzt die Seite eine Verknüpfung direkt zu http://www.openclipart.org , wo man sich großzügig bedienen kann. Das Programm selbst ist sehr einfach – Objekt aussuchen, anklicken, transformieren und – wenn gewünscht – mit einem Text versehen. Soweit der kostenlose Account. Ist man bereit zu zahlen (und ich bin bald soweit), gibt es noch weitaus mehr Möglichkeiten.

Nachdem wir vor der Webcam das Buch in „augmented reality“ ausgiebig bespielt hatten, stand für mich fest, dass ich mit dieser Anwendung unbedingt noch mehr machen möchte. Vielleicht wird ja ein Ferienprojekt für das Heimatmuseum daraus. Vorher werde ich es jedoch mit den „Kurzen“ am Interaktiven Whiteboard ausprobieren. Mal sehen, ob sie genauso begeistert sein werden, wie ich.

Hier der Link  zum „Buch“: http://www.zooburst.com/book/zb01_514aeeb22b9ad

screenshot-zooburst

Christian Spannagel hat in seinem Blog einen längeren Beitrag mit Überlegungen zu seiner „umgedrehten Mathematikvorlesung“ verfasst. Er endet mit „Wie denkt ihr darüber?“.  Nun denn – so denke ich als hauptsächlich (aber nicht nur) in der Grundschule arbeitende Lehrkraft:

Zu den Inhalten:

„Die Mathematik hat mehrere tausend Jahre gebraucht, die Mengenlehre als Abstraktion hervorzubringen. Weshalb sollten wir diese Abstraktion an den Anfang stellen?“

Ich habe Mengenlehre in der ersten Klasse gelernt, noch vor Einführung der Zahlen, mit meinen eigenen Kindern habe ich „Mengenlehre“ in der Kindergartenzeit gespielt. Es kommt dem Wunsch der Kinder entgegen, ihre Welt zu ordnen und zu Dinge zu sortieren. Vom Ding auf seine Eigenschaften abstrahieren zu können, nach Eigenschaften ordnen zu können und Oberbegriffe zu bilden, ist ein wichtiger Lernprozess. Ich vermute, es gehört zu den basalen Fertigkeiten, die man benötigt, um „Mathematik“ lernen zu können (könnte ja mal jemand erforschen….). Von daher macht es für mich Sinn, es an den Anfang auch der Ausbildung zu stellen. Wer die Mengenlehre aber selbst nicht kann, kann Defizite in diesem Bereich bei seinen Schülern nicht erkennen, geschweige denn diese Defizite mit ihnen aufarbeiten.

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