Man hat mir ein Stöckchen zugeworfen…

Der Herr Blume hat mir ein Blog-Stöckchen mit elf (es müssen immer elf sein) Fragen zugeworfen, die ich nun beantworten soll.

Da die Zeugnisse geschrieben, die Konferenzen gelaufen sind  und nun die „leere Woche“ beginnt, habe ich genug Zeit, diese Fragen zu beantworten. Mal sehen, was da so zustande kommt.

1. Was würdest du tun, wenn du keine Lehrerin wärst?

Oh – eine weit interpretierbare Frage. In irgendeiner Parallelwelt stehe ich auf einem Deich, den ich geplant habe, oder experimentiere mit Kläranlagen. Biologische Reinigungsstufe mit Tropfkörpern und so etwas. Habe ich mal studiert, aber da ist vor dem Abschluss fünfmal etwas dazwischengekommen. Einer anderen Abzweigung der Zeitlinie folgend, säße ich jetzt gemütlich zuhause, genösse, dass die Kinder einigermaßen erfolgreich und alle ausgezogen sind, und passte auf meine Enkel auf.  Der wohlverdiente Ruhestand der Managerin eines größeren Familienunternehmens.

Was würde ich machen, wenn ich jetzt keine Lehrerin wäre? Mein letzter Berufseignungstest hat mir „Spieleprogrammierer“ vorgeschlagen, ein durchaus verlockender Gedanke, allerdings mit altersbedingt so gut wie überhaupt keinen Einstellungschancen. Wäre ich nicht auf Geld angewiesen, würde ich wohl etwas Handwerklich-Kreatives mit Stoff und Wolle, Holz und Farbe machen oder/und auf Mellum oder Memmert Vögel zählen.

2. Was bedeutet es dir, jemandem zu vergeben?

Die Ursache sorgältig eingeschlagen in einen Winkel der Erinnerung zu verstauen, damit man es später gemeinsam anschauen und darüber lachen kann, wie dumm man gewesen ist, sich über so etwas zu streiten. Vergeben ist nicht vergessen, sondern bewahren,  daraus lernen und das Gegenüber lieben.

3. Was würdest du mit auf eine total volle Insel mitnehmen?

Hypothetisch:

  • ein Boot, um einen ruhigen Ort auf dem Meer oder am Ufer zu finden
  • ein Messer, um zu überleben (oder die Weinflasche zu öffenen und den Käse zu schneiden)
  • einen Becher zum trinken
  • ein Fernglas, um die Vögel zu beobachten
  • Malblock und Aquarellfarben, um alles in mir und auf dem Papier festzuhalten

Real:

Wirklich mitgenommen haben wir Luftmatratzen und Schlafsäcke, den Wasserkocher, Besteck und Geschirr für zwei, genug Wäsche, die wichtigsten Dokumente und die Schulsachen, die wir bei unserem neuen Start brauchen würden: insgesamt zwei Rucksäcke, zwei Koffer. Kind hat erst viel später begriffen, dass man normalerweise anders umzieht.

4. Wie würdest du eine Mixtape-Kassette über dein Leben nennen? Warum?

Darüber habe ich lange nachgedacht (nachdem ich dank Internet endlich wusste, wa ein „mixtape“ ist). Wahrscheinlich „Circle Songs“, weil ich  wieder ungefähr dort angekommen bin, woher meine ersten Erinnerungen stammen.

5. Welches Lied würde dein jetziges Leben beschreiben?

Hah – einfach!

http://www.youtube.com/watch?v=eBu0N4KdS24

6. Was würdest du gerne als Aufhänger in einer großen Zeitung lesen? Warum?

„Globale Wende geschafft – ab heute muss kein Kind mehr hungern oder weinen“

Warum? Darum.

7. Was liebst du besonders an deinem Beruf?

– die große Freiheit, den Unterricht so zu gestalten, wie ich es richtig finde;

– die direkte, ehrliche Rückmeldung der Kinder, ob es eine gute Stunde war;

– die Möglichkeit, Kindern Chancen zu eröffnen und ihnen beim „sie-selbst-werden“ zuzuschauen;

– das Sich-Kreativ-Austoben-Können bei Materialerstellung und Unterrichtsplanung.

8. Was antwortest du einem bösen Troll aus Mordor, wenn er mit dir diskutieren will?

Normalerweise dauert es recht lange, bis ich überhaupt merke, dass es ein böser Troll ist, der da diskutieren will. Dann kann ich einfach aufhören, mit ihm zu diskutieren und weggehen oder ihn auslachen.

9. Was ist wichtiger: Freiheit oder Sicherheit?

Solange ich für andere Verantwortung trage: Sicherheit.

Sonst: Freiheit.

10. Was sind die Menschen: Im Grunde gut oder schlecht?

Alle Babys kommen „gut“ zur Welt. Punkt.

11. Was ist für dich ein perfekter Tag?

Ein Tag ohne Verpflichtungen und ohne den „Du müsstest eigentlich….“-Gedanken im Hinterkopf.

Nach einem guten Frühstück ein langer Spaziergang am Meer mit Fernglas und Malzeug, abends mit Kindern oder Freunden draußen sitzen, Käse, Brot, Wein, Gespräche und Gelächter.

Man wird genügsam. Dafür bleiben perfekte Tage dann kein Traum.

Nun ist es an mir, das Stöckchen weiterzureichen.  Und hier kommen dann demnächst die Fragen…

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