Digitaler Workflow – meine Lieblingsapps

Meine Lieblingsapps? Ich besitze doch gar kein iPad! Aber Apps, „kleine interaktive Lernbausteine“, nutze und erstelle ich schon seit mehreren Jahren.

Auf einer Fortbildung lernte ich das Angebot von Learningapps.org kennen, einer kostenlosen Web-Anwendung, die im Rahmen eines Forschungsprojektes der Pädagogischen Hochschule Bern in Kooperation mit der Johannes Gutenberg Universität Mainz und der Hochschule Zittau/Görlitz und in Zusammenarbeit mit mehreren Lehrern entwickelt wurde.

Angeboten werden einerseits leere Übungsformate, von einfachen Zuordnungsübungen, Kreuzworträtseln und Sortierübungen bis hin zu Spielen, die die gleichzeitige Beteiligung mehrerer Schülerinnen und Schüler an verschiedenen Endgeräten ermöglichen. Diese Übungen können ohne weitere Programmierkenntnisse mit eigenen Inhalten – Text, Bild, Audio, Video –  gefüllt werden, seit neuestem ist sogar eine Text-to-Speech-Funktion dazu gekommen. Dabei können sowohl eigene Dateien hochgeladen, als auch nach freien Materialien bei Wikimedia Commons und Youtube gesucht werden (eine manuelle Kontrolle der Lizenzen empfiehlt sich trotzdem).

Andererseits gilt: wer eine Learningapp auf der Plattform veröffentlicht, stellt sie damit der Allgemeinheit zur Verfügung. Jeder kann auf veröffentlichte Apps zurückgreifen, sie nutzen und eigenen Bedürfnissen anpassen. So ist im Verlauf des Forschungsprojektes eine große Anzahl von Apps entstanden, die nach Format oder Tags durchsucht werden können. Das Verändern fertiger Apps bietet besonders für digital unerfahrene Lehrkräfte eine sehr niedrige Einstiegsschwelle.

Es gibt auch eine App, mit der man mehrere Apps zusammenfassen kann. Dadurch können Übungssequenzen geschaffen oder themengleiche Apps für den Unterricht gebündelt werden. Die Apps können als Widget direkt in Wikis eingebunden werden.

Für meinen Unterricht erstelle ich lernzielscharfe Apps, auch individualisiert für einzelne Kinder mit speziellem Förderbedarf. Zur von den Schülerinnen und Schülern inzwischen erwarteten Tradition ist es geworden, die Wiederholung vor einer Lernzielkontrolle als Quiz oder Mehrspieler-Spiel zu gestalten. Dabei teilt sich die Klasse in mehrere Gruppen mit je einem Laptop auf. Schön, wenn man beim Verlassen des Klassenraumes hört, wie sich Kinder für den Nachmittag verabreden, um gemeinsam weiterzuspielen.

Wie ich heute erfuhr, ist das Forschungsprojekt mit einer Dissertation weitgehend abgeschlossen. Es ist zu wünschen, dass diese Plattform dennoch bestehen bleibt und der technischen Entwicklung weiterhin stetig angepasst wird!

 

zum Weiterlesen:

M. Hielscher (2013): Autorentools für multimediale und interaktive Lernbausteine
Architektur und Einsatzszenarien von LearningApps.org (Diss). Verlag Werner Hülsbusch,

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