Neue Medien im Unterricht

Es ist nach nach der Didacta, „der“ großen Bildungsmesse. Die ersten Blog-Beiträge werden geschrieben und kommentiert, so von Herrn Larbig, von Herrn Emrich, von Herrn Groß  . Hauptthema ist das Fehlen von Material und Anregungen zum digitalen Lernen. Dazu kamen heute noch eine kurze Twitter-Debatte über Sinn und Unsinn Interaktiver Whiteboards und ein Blog zum Lernen mit Neuen Medien , die mich veranlassten, wieder einmal über den Umgang mit neuen Medien im Unterricht  nachzudenken.

Was ich sehe, sind „Projekte“: einzelne Klassen in einzelnen Schulen, die in einzelnen Unterrichtseinheiten digital lernen. Es sieht hübsch aus, es hört sich beeindruckend an, die Schüler sind motiviert und die Lehrer auch. Schöne heile Digital-Welt.

Es sieht nicht so aus, als ob Frau Müller-Meier-Schulze aus A-Dorf, 100 km von der Kreisstadt entfernt, in der über ihre Schulausstattung entschieden wird,  es von jetzt auf gleich in ihrer Klasse ausprobieren kann, selbst wenn sie es möchte.

Wenn wir Digitalien erschaffen wollen, müssen wir Unterrichtsmodelle finden, die sofort und einfach, mit möglichst wenig finanziellem Einsatz umsetzbar sind und den Lehrern und Lehrerinnen einen erkennbaren Mehrwert bieten.  Wer über solche Angebote den Eingang nach Digitalien findet, wird bald nach mehr verlangen. Let’s start small.

Für mich findet dabei digitales Lernen in drei verschiedenen Bereichen statt.

  • Im „Anwendungsbereich“ lernen Schülerinnen und Schüler, Anwendungssoftware zum Lernen zu nutzen. Sie üben mit Lernsoftware,  kommerziell oder individuell auf ihre Probleme zugeschnitten und „handgestrickt“ von der Lehrkraft. Sie produzieren Texte und Präsentationen mit (kostenloser) Office-Software. Sie werden kreativ, indem sie Bilder und Klänge verändern und lernen, mehrere digitale Medien miteinander zu verknüpfen. All dies muss die Schule keinen Cent kosten und funktioniert auch ohne Internetanbindung.
  • Digital Lernen heißt aber auch, sich Informationen auf digitalen Wegen zu verschaffen. Diese Informationen müssen gefunden, bewertet, miteinander verknüpft und mit den zu lernenden Inhalten in Verbindung gebracht werden. Das Internet als Fundgrube des Wissens, wenn man gelernt hat, wo und wie man sucht.
  • Der dritte Bereich digitalen Lernens ist das gemeinsame Lernen im digitalen Umfeld. Die Digitalisierung öffnet zeitliche und räumliche Begrenzungen. Es kann nun an jedem beliebigem Ort, zu jeder beliebigen Zeit gearbeitet und gelernt werden. Arbeitsergebnisse werden auch außerhalb der Schulöffentlichkeit sichtbar (und überprüfbar). Lerngruppen können nach außen hin geöffnet, externe „Mitlerner“ oder Experten mit einbezogen werden. Dieser Bereich wird den Unterrichtsalltag und die Lehrerrolle wohl am stärksten verändern. Hier findet die Arbeit auf Lernplattformen, mit Wikis und Blogs, mit Gruppen-Prezi und Pinterest ihren Platz.

Für all dies braucht man – außer der Internetanbindung – keine größeren Investitionen. Auch keine Schulbuchverlage.  Es geht um die Methode, digital zu lernen, die Inhalte sind austauschbar.  Es muss einfach selbstverständlich werden, die digitalen Medien im Unterricht einzusetzen, ohne großes Nachdenken, ohne große Aktion, ohne „jetzt machen wir aber mal ein Projekt mit Computer/iPad“.

Wie erleichtern wir den Lehrern und Lehrerinnen an der Grenze zu Digitalien den ersten Schritt?

Nehmen wir sie mit auf unserem Weg. Zeigen wir ihnen, dass wir auch noch suchen und ausprobieren und optimieren. Starten wir Kooperationen, kurzzeitige Projektpartnerschaften zwischen zwei oder drei Klassen, in denen wir gemeinsam an einem Thema arbeiten und in denen wir uns gegenseitig in unserer digitalen Arbeit beflügeln. Lernen wir mit- und voneinander.

Let’s start small – but let’s start!

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