Seit dieser Woche gibt es Schule mit Präsenzphasen.

Unser Klassenraum ist klein, unser Klasse mit 24 Kindern voll besetzt. Also haben wir beschlossen, die Klasse in drei Gruppen zu teilen und zwar nach Jahrgängen. Nur – wie verteilt man drei Gruppen auf fünf Tage? Wie stellt man sicher, dass auch die Gruppen in der „Heim-Phase“ angemessen betreut werden?

Noch einmal zur Ausgangslage:

  • 24 Kinder aus drei Jahrgängen
  • 2 Pädagogen in Vollzeit (Erzieherin / Lehrerin)
  • 5 Tage-Woche
  • Vorgabe: eine Gruppe ist jeweils von 8.00 – 13.00 in der Schule, also Halbtagsunterricht
  • alle anderen Kinder sind im Fernunterricht

Wir haben uns für folgendes Modell entschieden und werden es die nächsten Wochen testen:

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Zwei Wochen Frühjahrsferien sind vorbei und drei neue Wochen der Schulschließung.

Nachdem kurz nach Ostern klar war, dass die Schulschließung andauern würde – ich hatte ja zu dem Zeitpunkt noch gehofft, nach Ostern könnten wir „normal“ weitermachen – fielen die letzten Urlaubstage der Unterrichtsplanung und -vorbereitung zum Opfer. *)

Prämisse der Planung war: Gestalte den Unterricht so, dass du ihn auf diese Weise bis zu den Sommerferien fortsetzen könntest.

Basis des Unterrichts blieb Learningview. Die Plattform hatte sich inzwischen weiterentwickelt, die Serverkapazität ausgebaut und neue Funktionen eingerichtet. Die Struktur, die wir gewählt haben, lässt sich aber sicherlich mit jedem anderen LMS genauso umsetzen. Read More

Bob Blume hat nach den ersten drei Wochen der Schulschließung anlässlich der Covid19-Pandemie zur Blogparade unter dem Titel „Wie können wir unterricht digital gestalten?“ aufgerufen. Da ich sowieso dokumentieren wollte, wie wir in diesen Wochen gearbeitet haben, und meine Gedanken in Bezug auf die zukünftige Arbeit sortieren möchte, schließe ich mich dieser Parade mit einem Beitrag an.

AusgangslageGrundstrukturdigitale ExtrasLessons learntAusblick

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In der Woche vom 9.12. bis zum 15.12. fanden in 180 Ländern Veranstaltungen im Rahmen der Computer Science Education Week statt, mit der Schülerinnen und Schülern Computer und Programmieren näher gebracht werden sollen. Zentraler Punkt der Veranstaltung ist die Plattform „Hour of Code“, mit der Kinder jeden Alters einen Einstieg in das Programmieren finden können, die aber inzwischen auch den etwas Erfahreneren einiea zu bieten hat.
In Deutschland ist die Beteiligung im Vergleich zu den Nachbarländern noch recht gering, wie der Kartenausschnitt zeigt.

 

Map

Nachdem wir im letzten Jahr mit den Steinadlern bereits einen erfolgreichen Versuch gewagt hatten, wollten wir in diesem Jahr dem Thema mehr Zeit einräumen und setzten es als fächerübergreifendes Thema mit geplant 15  Wochenstunden um.

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Ich besitze ein Pampelmusenmesser 1). Es begleitet mich seit 1986, wenn nicht länger. Es war einst Bestandteil eines großen Messersets, von dem nur zwei Teil überlebten – eines davon ist eben dieses Pampelmusenmesser, das bisher bei jedem Umzug für würdig empfunden wurde mitzuziehen.

Was kann ein Pampelmusenmesser?

Es kann bei einer halbierten Pampelmuse die Fruchtschnitzen aus der Schale lösen. Es kann kein Fleisch schneiden, es kann kein Gemüse schneiden, es ist kein Schälmesser, es kann noch nicht einmal eine Pampelmuse halbieren. Selbst das Buttermesser hatte bei uns eine Zweitverwendung als „Erstmesser“ der Kleinstkinder gefunden. Das Pampelmusenmesser nicht. Es kann nur Fruchtschnitzen aus der Schale lösen. Aber ich kenne keinen anderen Gegenstand, mit dem mir das so einfach und nahezu perfekt gelingen würde.

Ich kenne und nutze „Skinner-Apps“ 2). Sie begleiten mich seit 1998, wenn nicht länger. Sie sind Bestandteil eines großen Sets von Tools, die ich ausprobierte, von denen nur wenige als ständiger Einsatzpartner überlebten – eines davon sind eben die Learningapps, die bisher bei jedem Entwicklungsschritt im Neuland für würdig empfunden wurden mitzuziehen.

Was können Skinner-Apps?

Sie können Lerninhalte üben und festigen. Sie dienen nicht der Kreativität, sie dienen nicht der Kollaboration, sie sind kein Kommunikationsmittel. Und sie wollen das auch gar nicht. Sie zählen zur S-Stufe des SAMR-Modells 3), die oft als die niedrigste Stufe digitalen Lernens angesehen wird. Skinner-Apps können nur Lerninhalte üben und festigen. Aber ich kenne kein anderes Tool, mit dem mir das so einfach, zeiteffektiv und schülermotivierend gelingen würde.

Es bleibt die Frage: Müssen wir in Zeiten, in denen man „schnell etwas googlen“ kann, überhaupt Lerninhalte üben und festigen? Sollen die Kinder nicht flexibel anwendbare Kompetenzen statt trägem Wissen erwerben? Nun – es kommt auf die Schulstufe an. All die wunderbaren 4K-Diskussionen 4) gehen davon aus, dass die Kinder, die kreativ und kritisch kommunizieren und kollaborieren sollen, über ein Basiswissen verfügen – Lesen, Schreiben, Grundrechenarten, ein Allgemeinwissen und ein individuelles Spezialwissen, auf dessen Grundlage sie Informationen finden, bewerten und Fakten verifizieren können, um daraus neues Wissen (!) zu konstruieren und dieses kommunizieren zu können.

Dieses Basiswissen wird in der Grundschule vermittelt. Und die Skinner-Apps sind hier (und überall dort, wo Fakten gelernt werden müssen) eine Methode unter mehreren, aber eine Methode, die viele Schüler motiviert und für sie Üben mit Spaß verbindet.

Wie immer – nicht mehr und nicht weniger und kein Allheilmittel und nicht „das digitale Lernen an sich“. Aber wenn ich nur eben eine Pampelmuse essen möchte, nehme ich eben mein Pampelmusenmesser….

 

1) Pampelmuse: altertümlicher Begriff für Grapefruit, botanisch nicht korrekt 😉

2) Skinner-Apps: abwertende Bezeichnung für Apps und digitale Anwendungen, die in den Bereich „Drill and Practise“ fallen, also reine Übungsapps sind. Der Begriff wurde von A. Krommer in Anlehnung an die Versuche von B.F. Skinner zur operanten Konditionierung von Testtieren geprägt.

3) SAMR-Modell: hier erklärt von der Gesellschaft für digitale Bildung

4) 4K-Modell des Lernens bei Wikipedia

 

Nachtrag:

Beim #beo19 (Barcamp Education Ost) kam eine Kollegin auf mich zu und bedankte sich, dass ich im letzen Jahr dort einen Workshop zu Learningapps.org durchgeführt habe, der wohl am heftigsten kritisierten Sammlung von Skinner-Apps derzeit. Für sie war es der Einstieg in das Lernen mit digitalen Medien, das Erstellen eigener digitaler Inhalte für ihre SchülerInnen, das sie sich sonst nie zugetraut hätte. In diesem Jahr ist sie wieder zum Barcamp gekommen, hat sich neue und andere Impulse geholt und wird so ihren Unterricht weiter und weiter zum „zeitgemäßen Lernen“ hin entwickeln – so weit, wie es im Moment für sie und ihren Unterricht passt und in ihrem eigenen Tempo.

Mit dem neuen Schuljahr standen einige Veränderungen an.

Mein Arbeitsplatz liegt nun nicht mehr auf einer Sandbank in der Nordsee, sondern – digitalbildungstechnisch gesehen günstig – in der Bundeshauptstadt. Damit passt der Name des Blogs nun eigentlich nicht mehr – hätte man sich früher überlegen sollen, aber bei Einrichtung des Blogs war an einen Schulwechsel noch nicht zu denken.

Nun also: neue Stadt und neue Schule. Eine meiner Aufgaben hier wird sein, aus einem digital sehr interessierten Kollegium ein digital (sehr) fittes zu machen und die Verwendung von Smartphones, Chromebooks und Tablets im Unterricht zu etablieren. Unser Weg dahin werden, nach einem gemeinsamen Auftakttag, regelmäßige Mikrofortbildungen sein. Deren Inhalte werde ich dokumentieren und – wo möglich – verbloggen. Es könnte spannend werden.

Der folgende Text findet sich auch im Script zum Workshop „Augmented Reality in der Schule“. Da sich aber manch einer vielleicht nur speziell für QR-Codes interessiert, habe ich dieses Thema noch einmal herausgezogen. Viel Spaß und Erfolg bei der Umsetzung eigener Ideen!

Was sind QR-Codes?

QR-Codes sind maschinenlesbare zweidimensionale Barcodes. Sie wurden in Japan von der Firma Denso Waves unter der Leitung von Masahiro Hara entwickelt und 1994 eingeführt. Die neuen Codes konnten zehnmal schneller gelesen werden als die bis dahin verfügbaren Barcodes, daher erhielten sie den Namen Quick Response Code – QR-Code.

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